Strandgut

Aantal personages
Mannen: 1
Vrouwen: 1

Personages
Ruprecht, Thalassa

Structuur
'Schuur' is een toneelstuk voor twee personen dat zich in één ruimte afspeelt

Genre(s)
Drama

Ruimte
Men bevindt zich in een verbouwde boerenwoning (of schuur) op Terschelling

Tijd
Heden

Synopsis

Een man en een vrouw die al jaren samen zijn hebben zich terug getrokken uit de
grote stad om de gezonde rust te zoeken van een eenvoudig leven op een Waddeneiland.


Ze worstelen met hun teleurstellingen: de wereld en hun loopbaan zijn niet geworden
wat ze er ooit van hadden gehoopt en ook met hun liefde blijft het behelpen.


In de loop van het stuk wordt duidelijk dat ze ook op de vlucht zijn voor de
herinnering aan een fataal ongeluk, waarvoor ze wellicht allebei een deel van de
verantwoordelijkheid dragen.


Tot een oplossing, een bevrijding of zelfs maar een climax leidt ‘Schuur’ niet: Na
iedere doorwaakte nacht volgt er een nieuwe dag – een dag waarop ze zullen blijven
proberen om er samen toch het beste van te maken.

RUPRECHT Sei froh, dass du das jetzt los bist Wegen mir hättest du das nie tun
müssen Lass die Welt nur so, wie du sie vorfindest – durch Veränderung kommt
meistens nur wenig Gutes, und keine einzige Revolution hat je etwas anderes mit sich gebracht, als Blut und Unterdrückung


THALASSA Ich akzeptiere nicht, dass du das sagst  Der kalte Wind kommt wieder von rechts Enttäuscht bin ich, das steht fest – aber an
überhaupt nichts mehr zu glauben, geht mir doch zu weit  Wenn es uns nicht gelingt, dann doch wohl anderen Was für eine Armut Was für ein dimensionsloses Leben


RUPRECHT Wir sind auf der Flucht, Thalassa, vergiss das nicht Wir haben nur noch uns selbst Wir dürfen nicht erwarten, dass das einfach ist Wir haben gedacht, dass dies gut für uns wäre


THALASSA Wie packen wir das jetzt an? Durch dich schweife ich ständig ab, du bist so sumpfig Worüber wollen wir mit ihm reden? Er hat nie gefragt, wie es gewesen ist In welchem Zustand Tex war, als sie wegging Wir haben ihn nur bei der Einäscherung gesehen, und da schaute er uns so eigenartig an – ob das nun Vorwurf oder Kummer oder Teilnahmslosigkeit war, habe ich nicht verstanden


RUPRECHT Wir können auf jeden Fall sagen, dass es uns Leid tut


THALASSA Dass es uns Leid tut? Was soll das denn?‚Es tut uns Leid‘ als ob man bei jemandem eine Kristallvase vom Beistelltisch
gestoßen hätte ‚Oh, sorry – tut mir Leid‘  Wir haben nur eine Wahl, Ruprecht: entweder reden wir über nichts, oder wir sagen alles ruprecht Dann sagen wir alles, Okay Dann reden wir über Buße tun und Kummer Über was wir getan haben Entschlackung – ich finde das ein schäbiges Wort, aber es steht wohl für unsere Wahl  Es steckt Schmutz in uns und hier versuchen wir, wieder sauber zu werden Das werden wir sagen – und dann sagen wir, dass wir jetzt auch mal was von ihm hören wollen


THALASSA Das sagen wir nicht Das können wir nicht sagen


RUPRECHT Dann sagen wir das, Thalassa – ich finde alles gut Dann sagen wir, dass wir es nicht sagen können  Dass ich es nicht sagen kann, weil ich von dir aus nicht darf Dass wir hier ein neues Gleichgewicht gefunden haben, dass einzig aus Verboten und Beschränkungen besteht  Wir sind grün, wir sind links, und wir sind beinahe tot Dass wir unsere Vergangenheit haben abschneiden wollen, aber dass diese Vergangenheit uns begleitet, wie ein riesiger und karikaturistisch verzerrter Schatten  Dass unser Weltbild schwankt, weil alles anders wird, wenn wirklich jemand tot ist und man sich fragen muss, ob man daran schuld ist


THALASSA Nein Ich sage dir, dass wir nicht schuldig sind Dass es an den Umständen gelegen hat Dass ich noch zu ihr gesagt habe, dass sie ... – Nein – ich weiß es nicht mehr


RUPRECHT Das werden wir ihm sagen Ihm und Tatti, was macht das schon Und dass es nicht mehr geht, mit unseren Körpern Dass ich wie ein Bettler an dieses farblose Tor klopfe, das dein Körper ist – aber dass du mich nicht einlässt


THALASSA Das hat nichts damit zu tun


RUPRECHT Das hat alles damit zu tun  Die eine Beklemmung ruft die nächste hervor Seit dem Tag, seit der Nacht in der
alles schief gegangen ist  Seither ist es gestört und ich werde von dir behandelt wie ein hoffnungsloser Asylsu- chender, der kein Recht auf die Leistungen hat


THALASSA Darüber will ich jetzt nicht reden Tu irgendwas – wasch dein Gesicht, damit du gleich nicht so aussiehst wie ... - wie ... –


RUPRECHT Wie der tollpatschige Natur- mensch, zu dem ich notgedrungen geworden bin?


THALASSA  Auf die Dauer wird es funktionie- ren, da sind wir uns sicher Sieh da – da kommen sie Verdammt noch mal – jetzt haben wir uns noch immer nicht gut vorbereitet
Wenn du bloß nicht vergisst, was ich gesagt habe? Du hast doch daran gedacht, Holundersaft zu kaufen?


 


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